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Röhrda - der Mühlenort im Kreis

Die Geschichte von Röhrda

Warum Röhrda nicht an der Sonnenseite des Netratales liegt, sondern genau gegenüber an der Straße nach Grandenborn, ist mit einem Wort zu beantworten: Wasser!

Der Aschenborn und der Martinsborn boten hervorragende Siedlungsmöglichkeiten und ließen den Ort sicher schon früher entstehen, als es die erste Erwähnung im Jahr 1089 zum Ausdruck bringt. Die Quellen sind so stark, daß auf dem kurzen Lauf zur Netra hin sechs Mühlen getrieben wurden. Eine weitere Schlagmühle an der Netra und eine an der Landwehr machten Röhrda als den Mühlenort im Kreis bekannt.
 
Von geschichtlichem Wert ist auch die Doppeltradition der Kirchen. Eine davon ist die heute nur noch als Teilruine erhaltene Martinskirche, die andere, Peter und Paul geweiht, stand an der Stelle der jetzigen Pfarrkirche. Beide Gotteshäuser wurden im Jahr 1089 zuerst genannt und gingen in den Besitz des neugegründeten Klosters Lippoldsberg ein. Als Sitz eines Erzpriesters dokumentierte Röhrda neben Renda seine übergeordnete kirchliche Stellung im Ringgau.

Film über Röhrda
Video Röhrda Film und Schnitt © Andreas Deiß

Zweigeteilt war auch der Ort selbst. Eine Hälfte gehörte denen von Boyneburg, von deren Anteil Hessen im Jahr 1650 eine Hälfte erkaufte. Erst 1803 konnte Hessen auch den restlichen Teil erwerben und später in Privatbesitz überführen. Unter dem Namen "Meierei" ist der von Boyneburgische Besitz noch bekannt, aber nur zum Teil erhalten.

Die andere Dorfhälfte war kurpfalzisches Lehen der Herren von Falcken und so bereits um 1350 erwähnt. Mitte des 16. Jahrhunderts geht dieser Anteil an die von Herda über, und 1654 erwirbt Lucas von Siegel das Rittergut für etwa 30 Jahre. Danach kommt der Besitz an die Herren von Meysenbug, und ein heute noch erhaltener schöner Fachwerkbau entsteht an dem alten Wohnturm. Um 1780 erwirbt Herr von Castell das Gut, verkauft es aber bereits 1836 an Johannes Rexerodt, den Großvater des bekannten Raiffeisen-Mitgründers. Seine Nachkommen halten es noch heute in Besitz. Bei einem Dorfbrand wurde um 1530 der halbe Ort zerstört, während die schöne Wehrkirche mit dem Fachwerkaufsatz sowie Reste des ehemals befestigten Kirchhofs erhalten geblieben sind.

In jüngster Zeit wurde der Ortskern neu gestaltet, und viele renovierte Fachwerkhäuser geben ein Zeugnis dieser schönen alten Baukunst. Neuerbaut wurde auch eine Mittelpunktgrundschule für die Gesamtgemeinde. Die ihr untergliederten Sportanlagen mit einer modernen Turnhalle bieten der Bevölkerung ideale Voraussetzungen für viele Sportarten. Die ehemalige Schule wird als Dorfgemeinschaftshaus mit Bücherei genutzt und bietet zusammen mit der bereits bestehenden Gemeindehalle Raum für alle Arten von Festlichkeiten und Veranstaltungen. Auch in Röhrda ist ein beginnender Fremdenverkehr zu beobachten, dem die neue Seeanlage am Dorfeingang sicherlich Impulse geben kann.

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